Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff
Eine vorausschauende Historikerin
Gury Schneider-Ludorff neue Präsidentin des Evangelischen Bundes
[Gury Schneider-Ludorff an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau]
Der Zentralvorstand des Evangelischen Bundes hat am 9. Oktober 2008 in Stuttgart mit der Professorin Dr. Gury Schneider-Ludorff (42) die erste Frau in das leitende Amt des Evangelischen Bundes gewählt. Die Kirchenhistorikerin folgt Professor Dr. Hans-Martin Barth (69), der sein Amt im März 2009 nach zwölf Jahren abgeben wird. Am 2. März 2009 wurde sie mit einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.
„Der Evangelische Bund blickt auf über 120 ereignis- und erfolgreiche Jahre zurück“, so die designierte Präsidentin. „Mir ist es ein persönliches Anliegen, Fragen der Konfessionskunde und des ökumenischen Miteinanders mit der Verantwortung für die Entwicklung unserer evangelischen Kirche zu verbinden.“
Seit 2005 lehrt Schneider-Ludorff, die Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ist, Kirchen-, Dogmen- und Theologiegeschichte an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau. Sie steht seit 2007 dem Wissenschaftlichen Beirat des Konfessionskundlichen Instituts vor und ist Mitglied des Kuratoriums des Instituts. Nach dem Studium der Theologie in Frankfurt am Main, Rom und Heidelberg war sie zuvor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig.
Neben zahlreichen Beauftragungen und Gremien im theologischen und historischen Bereich setzt die neue Präsidentin ihre Schwerpunkte in den Bereichen Reformationsgeschichte, kirchliche Zeitgeschichte und Geschichte des Stiftungswesens.
Der Vizepräsident des Evangelischen Bundes, der Wiesbadener Propst Dr. Sigurd Rink (46), freut sich auf die Zusammenarbeit: „Gury Schneider-Ludorff ist in der Lehre am Puls der zukünftigen Themen der evangelischen Kirche. Durch die Mitarbeit im Centro Melantone in Rom ist sie darüber hinaus bestens vertraut mit den Entwicklungen in der römisch-katholischen Kirche.“
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Professor Dr. Wolfgang Huber, gratulierte der designierten Präsidentin in einem Glückwunschschreiben: „Sie übernehmen das Präsidentenamt in einer Zeit, in der die neue Aufmerksamkeit für die Religion über den Status der reinen Feuilleton-Rückkehr hinausgewachsen ist. Über Gott und Glaube, über Religion und Spiritualität, über Halt und Werte lässt sich in unserem Land wieder erstaunlich offen sprechen. Bei aller Verschiedenheit verpflichtet dies die christlichen Kirchen dazu, gemeinsam Zeugnis abzulegen von Jesus Christus und gemeinsam Verantwortung in der Welt wahrzunehmen. Der Umgang mit den Differenzen zwischen den Konfessionen und mit den jeweiligen konfessionellen Profilen gewinnt dadurch auch einen neuen Charakter. Für die Arbeit des Evangelischen Bundes sind das spannende Perspektiven.“



