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Download: Abschlusspredigt der Präsidentin Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff am 8. März 2009 in Krems [pdf]

Wer Erbe ist, regelt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB). Was Welterbe wird, regelt die UNESCO. Über 800 Kultur- und Naturerbestätten sind als „Welterbe“ gelistet, 184 Staaten haben die Welterbekonvention unterzeichnet. Das „Gedächtnis der Welt“ (siehe Kasten) wird als globale Herausforderung wahrgenommen.

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Der Beitrag der Kirchen zum Erbe der Welt

Unter diesem Titel fand die Gemeinsame Studientagung des Evangelischen Bundes Hessen und Nassau, Österreich und Kurhessen-Waldeck in Langenlois (Kamptal) statt. Am Rande des Welterbes Wachau brachten die hessischen Teilnehmenden und Referierenden ihre Erfahrungen mit kirchlichem Engagement in Welterbestätten ein: Staatssekretär a.D. Professor Joachim-Felix Leonhard (Marburg) erläuterte das weltweite Netzwerk des Klosters Lorsch (Südhessen). Als Vorsitzender des deutschen Nominierungskomitees des UNESCO-Programms „Memory of the World“ trug er auch plastisch die katastrophalen Folgen des Einsturzes des Kölner Stadtarchives vor – wie bildet sich die Menschheit ihr Gedächtnis? Was würden wir mitnehmen in eine virtuelle Arche – welche Dokumente, Akten, Bücher, Bilder bilden das immaterielle Erbe der Menschheit?

Der Vizepräsident des Evangelischen Bundes, Sigurd Rink (Wiesbaden), schilderte die vielfältigen Aktivitäten der Kirchengemeinden im Welterbe Mittelrheintal. Mittlerweile, so der Propst für Süd-Nassau, wird das Rheintal eher von interessierten asiatischen Touristen als herausragend angenommen als von den Deutschen selbst. Kirche ist hier gefordert, sich mit den eigenen Kulturschätzen und der lebendigen Gemeindearbeit einzubringen.

Weltkultur erben

Ein Erbe, so regelt es das BGB, erhält das Erbe des Erblassers als Ganzes. Er wird Rechtsnachfolger und übernimmt Aktiva und Passiva. In diesem Sinne tragen auch die Kirchen bisweilen schwer an ihrem Erbe. In großer ökumenischer Übereinstimmung stellten der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Professor Michael Bünker, und der Propst des Augustiner-Chorherrenstifts Herzogenburg, Prälat Maximilan Fürnsinn, ihre Verpflichtung für die anvertrauten Werte dar. Der Vorsitzende der österreichischen Superiorenkonferenz betonte dabei die besondere Bildungsverantwortung der Kirchen. Bischof Bünker stellte den österreichischen „Weg des Buches“ dar; er verbindet als Rad- und Wanderweg auf den Spuren der Bücher- und Bibelschmuggler vier österreichische Bundesländer. Protestanten als wortwörtlich wanderndes Gottesvolk, als Erbengemeinschaft Gottes, als Weltkulturerben.

Weltkulturerben

Im Predigttext aus dem zweiten Kapitel des Epheserbriefes, auf den sich die Präsidentin des Evangelischen Bundes, Gury Schneider-Ludorff, in ihrer Abschlusspredigt in der Heilandskirche in Krems bezog, heißt es: So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Das Erbe Gottes für die Welt, so die Präsidentin, das sind wir Menschen. Die Gotteskinder selbst bilden den Beitrag der Kirchen zum Erbe der Welt. Erbfähig sind wir also – erbwürdig sollen wir werden.

Alexander Gemeinhardt

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Der Beitrag der Kirchen zum Erbe der Welt

Die neunte hessisch-österreichische Studientagung führt ins niederösterreichische Kamptal. Nur einen Katzensprung entfernt vom Weltkulturerbe der Alstadt Krems an der Donau, dem Welterbe Wachau mit seinen Stiften Melk, Göttweig und Herzogenburg wird der Zusammenhang erschlossen mit dem südhessischen Welterbe Kloster Lorsch und dem Welterbe des Oberen Mittelrheintals.

Staatssekretär a.D. Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, Mitglied der UNESCO-Kommission "Memory of the World", der süd-nassauische Propst Dr. Sigurd Rink und der österreichische evangelische Bischof Prof. Dr. Michael Bünker sind nur einige der Referierenden dieser Tagung. Im Abschlussgottesdienst wird die neue Präsidentin des Evangelischen Bundes, Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff, predigen.

Das vollständige Tagungsprogramm als pdf


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