Wechsel im Vorsitz des EBHN
„Wenn evangelisch, dann auch ökumenisch“
Dekan Matthias Ullrich zum Vorsitzenden gewählt
Der Evangelische Bund in Hessen und Nassau (EBHN) hat mit Matthias Ullrich, Dekan des Evangelischen Dekanats Gladenbach, einen neuen Vorsitzenden. „Der Evangelische Bund befindet sich derzeit in einem Veränderungsprozess und einer Neuausrichtung seiner Arbeit. Ich freue mich, dies nun aktiv an verantwortlicher Position mitgestalten zu können“, sagte 46jährige nach seiner Wahl. Er folgt dem Bensheimer Gemeindepfarrer Peter Voß nach, der den Vorsitz sieben Jahre inne hatte.
Ullrich gehört dem Vorstand seit fünf Jahren an. Der Evangelische Bund ist als „konfessionskundliches und ökumenisches Arbeitswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland“ Träger des Konfessionskundlichen Instituts im südhessischen Bensheim – des größten derartigen Instituts in Europa. Als Dekan trägt Matthias Ullrich Verantwortung für rund 35.000 Christen in seinem Dekanat. Er studierte in Oberursel, Heidelberg und Marburg Theologie und war vor seinem Amt als Dekan Gemeindepfarrer und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit in der Propstei Nord-Nassau.
„In der Bestimmung der eigenen evangelischen Identität – jenseits der konfessionellen Kämpfe der Vergangenheit – und in der Förderung des ökumenischen Gespräches liegt die Aufgabe des Evangelischen Bundes“, so der neue Vorsitzende. „Weil Identitäten aus der Wahrnehmung von Differenzen entstehen, ist die ökumenische Ausrichtung eine selbstverständliche Konsequenz. Ullrich folgert, dass gerade aus der Identität, evangelisch zu sein, die Möglichkeit entsteht, ökumenisch zu wirken.
In seiner Antrittsrede ging Ullrich auch auf die Geschichte des Evangelischen Bundes ein, der 1886 als „Kampfbund“ gegen den politischen Katholizismus angetreten war: „Tatsächlich ging es damals um die innerevangelische Zersplitterung mit einem antikatholischen Affekt.“
Diese Vergangenheit haben wir konsequent aufgearbeitet und treten heute unter dem Leitwort „evangelisch und ökumenisch“ als verlässlicher und kompetenter evangelischer Verband auf, der das Gemeinsame zwischen den Konfessionen sucht. Ein solcher Verband innerhalb der Kirche ist, nach Meinung seines neuen Vorsitzenden, heute nötiger denn je. „Ich glaube, die Evangelische Kirche braucht zur Unterstützung ihrer Arbeit solche freien Werke wie den Evangelischen Bund. Darum ist es mir auch ein großes Anliegen, in gutem Einverständnis und eng abgestimmt mit den Leitungsgremien der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zu arbeiten."
Der Evangelische Bund Hessen und Nassau ist als größter Landesverband in Deutschland traditionell in einer besonderen Verantwortung. Mit dem südnassauischen Propst Sigurd Rink als Vizepräsident des Evangelischen Bundes in Deutschland und der Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Cordelia Kopsch, als Mitglied des Kuratoriums des Konfessionskundlichen Instituts, ist die EKHN besonders eng mit der Arbeit des EB vernetzt. In ihrem Grußwort zur Wahl betonte die Präsidentin des Evangelischen Bundes, die Theologieprofessorin Gury Schneider-Ludorff, die wachsende Bedeutung der Bindekraft des Protestantismus: „Unser Wissen umeinander macht uns zu einem Gesprächs- und Glaubenspartner für Christinnen und Christen aller Konfessionen und Milieus. Dass in der Person des neuen Vorsitzenden kirchenleitende Verantwortung, theologischer Sachverstand und die Anbindung an die Region zusammenkommen, ist ein großer Gewinn für den gesamten Evangelischen Bund.“


