Walter Fleischmann-Bisten: Ökumene ist Pflicht, nicht Kür!
„Ökumene ist Pflicht, nicht Kür!“ Mit diesen Worten führte der Leiter des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim, Walter Fleischmann-Bisten, die knapp eintausend Teilnehmenden des Zweiten Ökumenischen Kirchentags in München am 15. Mai in die Frage der Einheitsvorstellungen der verschiedenen Kirchen und Konfessionen ein. Auf dem anschließenden Podium diskutierten Metropolit Augoustinos, Bischof Michael Bünker, Karl Kardinal Lehmann und Bischöfin Rosemarie Wenner.
Walter Fleischmann-Bisten: „‘Dahoam is Dahoam‘ ist jedenfalls kein gutes und kein originelles ökumenisches Programm. Aber man hat nicht selten den Eindruck, dass gerade engagierte Christen, die in ihrer Kirche, in ihrer Gemeinde, in ihrer Konfession ‚zu Hause‘ sind, sich mehr oder weniger Lansinger Verhältnisse wünschen. Das kann recht verschiedene Ursachen haben: Enttäuschung über zu geringe ökumenische Fortschritte, Angst vor dem Schwinden oder gar dem Verlust des eigenen konfessionellen Profils, vor der Protestantisierung des Katholizismus und umgekehrt. Oder etwa die große Sorge, dass jetzt sogar das baptistische Taufverständnis durch das aus Bayern stammende Dokument mit dem geheimnisvollen Namen ‚Balubag‘ verwässert werden könnte. Wieder andere fragen: Ist die Ökumene nicht längst ein Luxus, der nicht mehr finanzierbar ist? Ich höre die Einwände: Warum soviel Geld für Genf oder für Rom, wo wir doch bald unseren eigenen Pfarrer und die Organistin nicht mehr bezahlen können und vielleicht unseren Kindergarten schließen müssen? Auf fränkisch: ‚Mir Brodesdanden bräucherden fei ehr an gscheidn Reformador als an baierischn Babst als Sprecher für alle Chrisden!‘
Also zurück in die Vergangenheit? Um dort die konfessionellen Kirchenburgen und die fundamentalistischen Kaderschmieden des 21. Jahrhunderts zu errichten? - Das sei ferne! Denn Ökumene ist Pflicht, nicht Kür!“




