EAKE 46|2009 Antwerpen
Programm [
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Pressemitteilung [
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Bekenntnis und Dialog
Der christlich-islamische Dialog in den protestantischen Kirchen Europas
Mit den Perspektiven des christlich-islamischen Dialogs in den protestantischen Kirchen Europas beschäftigte sich die 46. Jahrestagung des Evangelischen Arbeitskreises für Konfessionskunde in Europa vom 16. bis 19. April 2009 in Antwerpen (Belgien).
Eine Spannung liegt schon im Anspruch des christlich-islamischen Dialogs an sich: Weder sind einzelne christliche Konfessionen repräsentativ für alle Kirchen, noch bietet sich auf islamischer Seite in den Ländern Europas ein autorisierter Gesprächspartner an. Selbst die formale Autorität der Al-Azar-Universität in Kairo ist im Islam letztendlich genauso wenig verbindlich für alle Beteiligten des Dialogs wie Stellungnahmen einer einzelnen Kirche für andere Konfessionen. So hat sich der Grundsatz herausgebildet, mit dem jeweils direkten Nachbarn in den Dialog einzutreten – in Deutschland also vorrangig mit dem sunnitischen Islam türkischer Prägung.
Die Diversifizierung des Dialogs stellt nach Ansicht von Dr. Jochen Kramm eine wünschenswerte Erweiterung dar. Der Referent der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE/Wien) differenziert in diesem Sinne noch weitergehend zwischen einfachen Gesprächsmodellen und einem ergebnisoffenen und die Wahrheitsfrage im definierten Zeitraum des Zusammentreffens offen lassenden Dialogs. Gleichzeitig wird interreligiöser Dialog, so Kramm, unter dem Kennzeichen des Zeugnisgebens immer auch einen einladenden Charakter haben müssen. Die innere Verpflichtung zum Zeugnis muss dabei nicht mit der äußeren Verpflichtung zum Dialog im Sinne eines Beitrags zur Zivilisierung der Umwelt kollidieren.
Alternative Dialogkonzepte stellten der baptistische Dozent Dr. Peter F. Penner aus Prag und Dr. Jaap Hansum vom Bijbelhuis Antwerpen dar. In den missionarisch ausgerichteten Dialogkonzepten steht das Zeugnis an erster Stelle. Dies schließt gerade in der kirchlichen Gemeinwesenarbeit keineswegs eine hohe soziale Verpflichtung dem Einzelnen gegenüber aus. Der missionarische Dialogansatz ist dabei eher typisch für Minderheitskirchen. Die großen Konfessionskirchen betreiben aus ihrer zivilgesellschaftlich stabilisierenden Funktion heraus weitgehend offenere Formen des Dialogs.
An der 46. Jahrestagung des Evangelischen Arbeitskreises für Konfessionskunde in Europa (EAKE) nahmen Delegierte aus zwölf europäischen Ländern teil, die 21 Kirchen, Freikirchen und ökumenische Institutionen repräsentierten. Der EAKE begleitet seit 1962 ökumenische Dialogprozesse der protestantischen europäischen Kirchen und gilt als einer der Wegbereiter der Leuenberger Konkordie von 1973, des grundlegendes Dokuments der innerprotestantischen europäischen Einheit. Er wird getragen vom Evangelischen Bund in Deutschland und Österreich, dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Ungarn und dem Maatschepej van Welstrant (Niederlande) in Gemeinschaft mit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).
Alexander F. Gemeinhardt
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