Lutherischer Bischof in der Ukraine
Lutherischer Bischof in der Ukraine
Der bayerische Pfarrer Uland Spahlinger leitet seit 2009 die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche der Ukraine (DELKU). Nachdem er bereits im Oktober 2008 als bischöflicher Visitator bestimmt wurde, wählte ihn die Synode der DELKU als Nachfolge von Georg Gütsch zum Bischof. Die Amtszeit dauert fünf Jahre, Dienstsitz des Bischofs ist Odessa.
Spahlinger (50) bringt ökumenische Erfahrungen als Ökumene-Beauftragter in München sowie aus einer vierjährigen Tätigkeit in Papua-Neuguinea mit. Von 1994 bis 2009 war er Gemeindepfarrer in München-Kleinhadern. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern unterstützt als Partnerkirche den Aufbau der DELKU seit 1991.
Zur DELKU gehören rund 40 Gemeinden mit 15 Pastoren, 40 Prädikanten und ca. 5.000 Gemeindegliedern. Sie ist Mitglied in der Generalsynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und Mittelasien (ELKRAS).
Die ersten Lutheraner kamen im späten 18. und beginnenden 19. Jahrhundert an die Nordküste des Schwarzen Meeres. 1919 entstanden durch bayerische, württembergische und pfälzische Siedler die ersten lutherischen Gemeinden. Die St. Pauls-Kirche in Odessa von 1896/97 fasste 1.200 Menschen. Der am Standort einer ersten lutherischen Kirche von 1827 errichte neoromanische Bau brannte 1976 ab; seit 2005 laufen Maßnahmen zum Wiederaufbau. Der Martin-Luther-Bund und das Missionsseminar in Neuendettelsau unterstützten seit den 1930er Jahren die lutherischen Gemeinden bis zum Einmarsch der Roten Armee 1944.
Alexander Gemeinhardt

